Statistik für das Land Bremen

Aktuell: Tarifbindung

24.05.2021

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Entwicklung und Vergleich

Die Tarifbindung im Land Bremen ist in den vergangenen zwei Jahren leicht angestiegen, nachdem sie seit dem Jahr 2000 zunächst deutlich abgenommen hat. Während im Jahr 2000 noch zwei Drittel aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem Unternehmen beschäftigt waren, das einen Tarifvertrag anwendet, waren es im Jahr 2019 nur noch 57 Prozent. Auch deutschlandweit fallen immer weniger Beschäftigte unter einen Tarifvertrag. 2018 waren es mit 52 Prozent sogar weniger als im Land Bremen.

Entwicklung und Vergleich

Besonders stark zurückgegangen ist der Anteil der tarifgebundenen Betriebe. Lag dieser im Jahr 2000 noch bei 38 Prozent, ist er bis 2018 auf 18 Prozent gesunken. Dieser Wert liegt sogar fast um zehn Prozentpunkte unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Vor allem kleinere Betriebe sind aus der Tarifbindung ausgestiegen.

Entwicklung und Vergleich

Der Bundesländervergleich verdeutlicht, dass die Tarifbindung nach Beschäftigten im Land Bremen leicht über dem Bundesdurchschnitt liegt. In der Öffentlichen Verwaltung sind in Bremen wie anderswo besonders viele Beschäftigte tarifvertraglich abgesichert. Wird nur die Privatwirtschaft betrachtet fallen die Zahlen deutlich niedriger aus.

Entwicklung und Vergleich

Bei der Tarifbindung nach Betrieben schneidet Bremen schlecht ab und landet mit zwei anderen ostdeutschen Bundesländern auf den letzten Plätzen. Ganz vorne liegt Rheinland-Pfalz - allerdings wird auch hier nur in knapp 40 Prozent der Unternehmen ein Tarifvertrag angewendet.


Branchen und Geschlecht

Insgesamt arbeiten im Land Bremen 57 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, die einen Tarifvertrag anwenden. Im Einzelhandel ist es nur jede/r vierte Beschäftigte. Besonders stark zurückgegangen ist der Anteil der tarifgebundenen Beschäftigten auch im verarbeitenden Gewerbe. In nur vier Jahren ist die Tarifbindung hier von 82 Prozent auf 61 Prozent gesunken.

Branchen und Geschlecht

Zwischen den verschiedenen Branchen unterscheidet sich die Tarifbindung im Land Bremen erheblich. Im Handel wendet beispielweise nicht mal jedes zwölfte Unternehmen einen Tarifvertrag an. Besonders stark ist die Tarifbindung aber im Logistik-Sektor zurückgegangen. Während im Jahr 2014 immerhin noch 27 Prozent aller Betriebe einen Tarifvertrag hatten, ist dieser Anteil in nur vier Jahren auf acht Prozent gesunken.

Branchen und Geschlecht

Nachdem der Anteil der nach Tarif bezahlten weiblichen Arbeitnehmerinnen im Land Bremen deutlich geringer war, als unter den männlichen Beschäftigten, ist dieser seit 2017 gestiegen. Dies kann unter anderem damit zusammenhängen, dass vor allem im öffentlichen Dienst zusätzliche Arbeitsplätze für Frauen entstanden sind. Hier ist die Tarifbindung insgesamt hoch. Zudem sind die Tarifverträge seit 2018 in der Gastronomie allgemeinverbindlich. Auch hiervon profitieren Frauen.

Branchen und Geschlecht

Deutschlandweit ist der Anteil der tarifgebundenen Beschäftigten bei beiden Geschlechtern nahezu identisch. Auch im Land Bremen gleicht sich die Tarifbindung bei Männern und Frauen an, nachdem die männlichen Beschäftigten über viele Jahre häufiger in tarifgebundenen Unternehmen beschäftigt waren, als die weiblichen Beschäftigten.


Unterschiede durch Tarifbindung

Beschäftigte in nicht-tarifgebundenen Unternehmen verdienen im Land Bremen durchschnittlich 21,2 Prozent weniger als Beschäftigte in Unternehmen mit Tarifvertrag. Bereinigt um Strukturmerkmale (wie Betriebsgröße und Branche) ergibt sich ein Lohnunterschied von immerhin noch 9,7 Prozent. Im bundesdeutschen Durchschnitt ist der bereinigte Lohnabstand mit 11 Prozent sogar noch größer. Eine hohe Tarifbindung hat positive Auswirkungen auf das gesamte Lohngefüge einer Region.

Unterschiede durch Tarifbindung

Im Land Bremen arbeiten Beschäftigte in nicht-tarifgebundenen Unternehmen mehr als eine Stunde länger als ihre Kolleginnen und Kollegen, die in Betrieben tätig sind, die einen Tarifvertrag anwenden. Nur in Baden-Württemberg ist der Unterschied größer. Deutschlandweit liegt die wöchentliche Mehrarbeit in nicht-tarifgebundenen Unternehmen bei 54 Minuten. Interessant ist, dass in den ostdeutschen Bundesländern die Gehaltsunterschiede zwischen tarifgebundenen und nicht-tarifgebundenen Unternehmen zwar sehr groß sind, es aber hinsichtlich der Mehrarbeit geringere Abweichungen gibt.


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  • Tarifbindung als Schlüssel für gute Arbeit

    Erschienen in: Bericht zur Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land Bremen 2019

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