Unsere Steuertipps

Zählkinder bei der Beantragung von Kindergeld

Als Zählkinder bezeichnet man Kinder aus vorhergehenden Beziehungen. Ein Ehepaar bekommt Nachwuchs. Der Mann hat noch zwei Kinder aus einer vorherigen Beziehung. Für die Frau ist es das erste Kind. Bei einer Beantragung des Kindergelds durch die Frau wird Kindergeld für das erste Kind ausgezahlt. Im Jahr 2021 sind das monatlich 219 Euro. Beantragt der Mann das Kindergeld, so ­werden seine zwei anderen Kinder mitgezählt und das Kindergeld für das gemeinsame Kind wird nach dem dritten Kind bemessen. Das hat die Auszahlung eines höheren Kindergelds zur Folge. Im Jahr 2021 sind das 225 Euro im Monat.

Stand: BAM Januar/Februar 2022

Spenden hilft

Spenden helfen nicht nur gemeinnützigen Vereinen, sondern auch den Spenderinnen und Spendern durch den Steuervorteil in der Einkommensteuererklärung.
Spenden bis zur Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrags der eigenen Einkünfte werden im Jahr der Spende steuerlich berücksichtigt, indem sie das zu versteuernde Einkommen vermindern.
Zur Anerkennung einer Spende muss auf Nachfrage des Finanzamts eine Zuwendungsbescheinigung vorgelegt werden. Um das Verfahren zu vereinfachen, genügt bis zu einer Spende von 300 Euro (ab Spendenjahr 2020, zuvor 200  Euro) ein vereinfachter Nachweis in Form einer Buchungsbestätigung oder eines Kontoauszugs mit den spendenbegünstigenden Faktoren (wie Empfänger und Kontonummer).

Stand: BAM November/Dezember 2021

Absetzbare Pflegepauschbeträge erhöht

Bis zum Jahr 2020 haben pflegende Angehörige für die Betreuung von zu Pflegenden mit dem Grad 4 oder 5 pauschale Freibeträge nutzen können. Für beide Pflegegrade belief sich der Freibetrag auf 924 Euro im Jahr. Ab 2021 ist dies deutlich verbessert: Für den Pflegegrad 2 liegt der Freibetrag bei 600 Euro, für den Pflegegrad 3 bei 1.100 Euro und für die Pflegegrade 4 und 5 bei 1.800 Euro. Den Pflegepauschbetrag erhalten Pflegende für jede zu pflegende Person. Es handelt sich um einen Jahresfreibetrag – das heißt, auch wenn erst im Laufe eines Jahres der Pflegefall eintritt, ist die Steuererleichterung zu gewähren. Pflegen mehrere Personen einen pflegebedürftigen Menschen, erhalten sie die Freibeträge anteilig.

Stand: BAM September/Oktober 2021

Sofortabschreibung für PC und Notebooks

Wenn Erwerbstätige Computer und Software nach dem 31.12.2020 angeschafft haben, können sie diese für die Nutzungsdauer von einem Jahr in der Steuererklärung abschreiben* – bisher waren es drei Jahre. Die Anschaffungskosten können in vollem Umfang als Werbungskosten abgesetzt werden, wenn die berufliche Nutzung über 90 Prozent beträgt. Beträgt die berufliche Nutzung unter 90 Prozent sind die Anschaffungskosten aufzuteilen. Üblicherweise werden dann 50 Prozent der Kosten anerkannt.
*BMF-Schreiben vom 26.02.2021, IV C 3–5 2190/ 21/10002:013

Stand: BAM Juli/August 2021

Die Steuerklasse VI

Bei einem Wechsel der Arbeitsstelle, insbesondere bei Überschneidungen (etwa, wenn das alte Arbeitsverhältnis zum 31. März wegen Überstunden und Resturlaub endet, das neue aber schon zum 15. März beginnt) oder bei Nachzahlungen aus einem früheren Beschäftigungsverhältnis, wird auf die Steuerklasse VI zurückgegriffen. Denn jeder und jede Beschäftigte kann in jedem Monat nur einmal die Steuerklasse I, II, III, IV und V und die damit verbundenen steuerlichen Freistellungen in Anspruch nehmen. Wer eine Abrechnung unter Zugrundelegung der Steuerklasse VI erhalten hat, muss bis zum 31. Juli des Folgejahres eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen.

Stand BAM Mai/Juni 2021

Entfernungspauschale

Für die Jahre 2021 bis 2023 erhöht sich die Entfernungspauschale für Berufspendlerinnen und Berufspendler von 30 auf 35 Cent (ab Kilometer 21). Grundsätzlich gilt die Entfernungspauschale unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel. Maßgeblich ist weiterhin die kürzeste Straßenentfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, abgerundet auf volle Kilometer. Rechenbeispiel: A fährt in 2021 an 130 Tagen zu ihrem Arbeitsplatz. Die kürzeste Entfernung beträgt 25 Kilometer. Damit kann A insgesamt 1.007,50 als Entfernungspauschale im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend machen: 130 Tage à 20 km mit Entfernungspauschale 30 Cent, also 780 Euro, sowie 130 Tage à (20+) 5 km mit Entfernungspauschale 35 Cent, also 227,50 Euro.

Stand BAM März/April 2021

Anpassung der Behinderten-Pauschbeträge

Steuerpflichtige mit Behinderung können die durch ihre Behinderung entstandenen Kosten für den täglichen Lebensbedarf in der Steuererklärung geltend machen. Das geht entweder über einen Behindertenpauschbetrag, der nach dem Grad der Behinderung gestaffelt ist. Oder über einen Einzelnachweis – wenn die tatsächlichen Kosten höher sind als der Pauschbetrag. Die letzte Anpassung der Pauschbeträge erfolgte in 1975. Ab dem Steuerjahr 2021 werden diese Beträge nun verdoppelt. Außerdem kann dann schon ab einem Behinderungsgrad von 20 ein Pauschbetrag geltend gemacht werden. Und es sind keine zusätzlichen Anspruchsvoraussetzungen – wie dauernde Einbuße der körperlichen Beweglichkeit – bei einem Grad der Behinderung unter 50 mehr nötig. Daneben werden die behinderungsbedingten Fahrtkostenpauschalen neu geregelt und die Pflegepauschbeträge verbessert.

Stand: BAM Januar/Februar 2021

Entlastung für Alleinerziehende

Der mit der Steuerklasse 2 automatisch berücksichtigte Freibetrag für Alleinerziehende beträgt 1.908 Euro im Jahr. Für die Jahre 2020 und 2021 steigt er aufgrund der Corona-Pandemie auf 4.008 Euro. Außerdem gibt es weiterhin für jedes weitere Kind zusätzlich einen ergänzenden Freibetragsaufschlag von 240 Euro. Damit soll dem höheren Betreuungsaufwand von Alleinerziehenden in den vergangenen Monaten Rechnung getragen werden.

Stand: BAM November/Dezember 2020

 

Steuererklärung auch freiwillig möglich

Wer freiwillig eine Steuererklärung abgeben will, muss dies spätestens nach vier Jahren tun und zwar beim örtlich zuständigen Finanzamt, wie der Bundesfinanzhof jüngst entschieden hat. Das heißt, freiwillige Steuererklärungen für das Jahr 2016 können noch bis zum 31. Dezember 2020 eingereicht werden. Zuständig ist das Finanzamt der Meldeadresse.
Nicht zur Steuererklärung verpflichtet sind zum Beispiel alle, die mit Steuerklasse I das ganze Jahr über im selben Betrieb beschäftigt sind, keine Entgeltersatzleistungen wie Krankengeld erhalten und auch keine Nebeneinkünfte haben. Eine Steuererklärung kann sich dennoch lohnen, beispielsweise um hohe Fahrt- oder Fortbildungskosten geltend zu machen.

Stand: BAM September/Oktober 2020

Kurzarbeitergeld

Erhaltenes Kurzarbeitergeld ist steuerfrei, unterliegt jedoch als Lohnersatzleistung dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass diese Leistungen nicht direkt besteuert werden, aber den Steuersatz erhöhen, mit dem die restlichen steuerpflichtigen Einnahmen versteuert werden.
Übersteigt das Kurzarbeitergeld die Grenze von 410 Euro im Jahr, so führt dies zur Abgabepflicht einer Steuererklärung auch für diejenigen, die bisher nicht verpflichtet waren.
Wer also im Jahr 2020 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld erhält, muss seine Steuererklärung für 2020 spätestens bis zum 31.07.2021 einreichen. Durch die Beauftragung eines Steuerberaters oder der Arbeitnehmerkammer verlängert sich diese Frist bis zum 28.02.2022.

Stand: BAM Juli/August 2020

 

Die Mitteilung über den Rentenbezug

Auf Wunsch wird die Höhe der zu erwartenden Rente durch die Deutsche Rentenversicherung bescheinigt. Wenn Sie eine Rentenbezugsmitteilung zur Vorlage beim Finanzamt benötigen, können Sie diese über das kostenfreie Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung unter 0800 1000 48088 anfordern.
Wer die Bescheinigung einmal beantragt hat, erhält sie jährlich automatisch von der Rentenversicherung zugesandt. In der Bescheinigung über die Rentenhöhe können Sie sehen, welche Beträge in den Steuerformularen eingetragen werden müssen.

Stand: BAM Mai/Juni 2020

Verpflegung auf Dienstreisen

Für Verpflegung während einer Auswärtstätigkeit wie einer Dienstreise können nur Pauschbeträge geltend gemacht werden. Es ist nicht möglich, die Kosten dafür einzeln nachzuweisen und dadurch höhere Beträge abzusetzen. Seit 1. Januar 2020 gelten neue Beträge pro Kalendertag.
Das sind 14 Euro bei eintägigen Abwesenheiten von der Wohnung und der (ersten) Tätigkeitstätte von mehr als acht Stunden. Bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten sind es bei Abwesenheit von 24 Stunden von der Wohnung 28 Euro und pro Anreise- und Abreisetag 14 Euro.

Stand: BAM März/April 2020

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